Radfahren – der ideale Sport

Denn Radfahren macht fit, aktiv, sicher, klug, widerstandsfähig, glücklich – und schön!

Wenn wir von der Initiative Rad-Verkehrswende Hameln JETZT! hier und anderswo für das Radfahren werben, dann meist aus Gründen des Lärm- und Klimaschutzes, der möglichen Neuaufteilung des öffentlichen Raums, des Energie- und Kostensparens.

Radfahren bedeutet also sowieso eine vielfache „Win-Win“-Situation – der sportliche Aspekt wird dabei auch manchmal erwähnt, aber fast nie vertieft.

Dies will dieser Text ändern – und das aus gutem Grund: Radfahren ist die (fast) perfekte Sportart, die viele der Motive, warum Menschen sich überhaupt bewegen und Sport treiben, verbindet.
Denn – um es knapp und plakativ zu sagen: Radfahren macht fit, aktiv, sicher, klug, widerstandsfähig, glücklich – und schön!

Wir übertreiben?
Na, dann lesen Sie mal selbst:

1. Radfahren macht fit
„Fitness“, auch „Kondition“ genannt, ist definiert als die Verbindung von Ausdauer und Kraft.
Viele Sportarten schulen nur das eine, vernachlässigen aber das andere; so wird beim Joggen fast ausschließlich die Ausdauer verbessert, im Fitnessstudio dagegen oft nur die Maximalkraft trainiert.
Beim Radfahren hat man beides: eine Ausdauerbelastung, die besonders das Herz-Kreislauf-System beansprucht und auf Dauer deutlich verbessert. Und die Kräftigung der Muskulatur, die aber durch die „weichen“ Bewegungen ohne Stöße auskommt und somit auch die Arthrose-Gefahr anderer Sportarten verringert.
Die Verbesserung von Kraft und Ausdauer sind gesundheitlich äußerst relevante Faktoren, denn Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stützapparates aufgrund von Bewegungsmangel stellen in unserer modernen Gesellschaft sowohl ein massives medizinisches, wie auch ökonomisches Problem dar.
Radfahren macht also – in ganz besonders hohem Maße! – fit.

2. Radfahren macht aktiv
Eigentlich kennt das jeder: wenn man den inneren Schweinehund erst einmal überwunden hat und sich aufs Rad setzt, ist man nicht nur während der Fahrt aktiv, sondern nimmt das auch mit in den Alltag: das Phlegma ist weg, und der Tag kann kommen!
Warum? Der Organismus nimmt beim Radfahren bis zu zehnmal mehr Sauerstoff auf als in Ruhe. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, die Durchblutung verbessert sich.

3. Radfahren macht sicher
Neben konditionellen Eigenschaften gehören zu jedem Sport die koordinativen Fähigkeiten.
Zu diesen gehört die Gleichgewichtsfähigkeit, die beim Radfahren besonders geschult wird.
Und diese ist nicht nur ein Wert an sich, sondern macht auch alltags-sicherer, besonders im Alter, in dem die zunehmende Sturzgefahr nicht nur auf schwindende Kraft, sondern auch auf nachlassende Gleichgewichtsfähigkeit zurückzuführen ist.
So kann das Rad-Fahren dem sicheren Fuß-Gehen nützen.

4. Radfahren macht klug
Schon lange Zeit gab es Annahmen, basierend auf empirischen Befunden, dass Sport auch die Denk- und Merkleistung verbessert. Diese Theorien konnten inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen werden: durch die Bewegung kommt es im Gehirn zu neuen Synapsen-Verknüpfungen, die die kognitiven Fähigkeiten verbessern.
Außerdem wird vermehrt das „Kreativitätshormon“ ACTH ausgeschüttet, das den Blutdruck senkt und Konzentration und Denkleistung verbessert.
Diese Befunde gelten besonders für Sportarten mit hohem koordinativen Anteil – aber Radfahren hat ja auch dies!

5. Radfahren macht widerstandsfähig
Das Stichwort heißt hier „Resilienz“: Ausdauersport in der freien Natur und bei Wind und Wetter bringt die Immunabwehr in Schwung – der Organismus wird abgehärtet und besser vor Infekten und Viren geschützt – die im übrigen durch das individualisierte Fahren im Freien sowieso kaum eine Chance haben.

6. Radfahren macht glücklich
Das als „Runner’s High“ – „Läuferhoch“ – beschriebene Phänomen der Euphorie und Schmerzfreiheit bei Langstreckenläufern tritt auch beim Radsport auf – wenn auch nur bei hohen Belastungen.
Über die Gründe ist sich die Forschung noch nicht ganz einig: an der lange vorherrschenden Theorie der „Endorphin“-Ausschüttung gibt es inzwischen erhebliche Zweifel; diskutiert werden in der Forschung auch körpereigene Opioide wie Dopamin als Ursachen des Hochgefühls.
Aber das ist letztlich auch egal; unstrittig ist ja, dass dies Glücksgefühl durch den Sport ausgelöst werden kann.
Für den Breitensportler sowieso relevanter ist wahrscheinlich der Spaß, den einem das Fahren in schöner Umgebung und manchmal auch der Rausch einer flotten Abfahrt bringen kann.

7. Radfahren macht schön
Schönheit ist zwar ein subjektives Empfinden, wird aber meist auch mit Schlankheit in Verbindung gebracht. Zwar ist es schwieriger als manchmal behauptet, durch Radfahren regelrecht abzunehmen, da dies an hohe Trainingsleistungen bei gleichzeitiger Disziplin bei der Nahrungsaufnahme gebunden ist, aber es gibt noch andere medizinisch-biologische Gründe, warum Sportler, auch Radsportler, häufig „attraktiver“ wirken.
Der veränderte Stoffwechsel eines Ausdauersportlers führt einerseits zu strafferen, „definierteren“ Körperkonturen, andererseits auch zu einer besser durchbluteten, glatteren und frischeren Haut.
Und auch das empfinden wir meist als „schön“.

Warum ist, nach all dem, eigentlich Radfahren nur die „fast“ perfekte Sportart?
Nun, weil es Verletzungen gibt, z.B. durch Stürze vom Rad.
Und wer ist dafür oft verantwortlich?
Leider oft diejenigen, die nicht auf zwei, sondern auf vier Rädern unterwegs sind und die dabei nicht auf ihre Muskel-, sondern auf Motorkraft vertrauen.

Schade eigentlich – sie verpassen dadurch auch den (fast) perfekten Sport.

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